Auf dieses
Buch bin ich gestoßen, als ich ein Erstlingswerk eines Autoren für
eine Challenge suchte. Da ich die Bücher von Kai Meyer –
inzwischen Jugend- und Fantasybereich – mag, befand es sich sehr
lange auf meiner Wunschliste. Endlich konnte ich es günstig erwerben
…
Ob ich ohne
den Bezug zum Autoren mir ein Buch über ein wahres
Verbrechens-Geschehen ansonsten besorgt und gelesen hätte, ist schon
einigermaßen fragwürdig, aber der Zusammenhang wurde mir erst mit
Erhalt des Buches deutlich. Auch weiß ich erst seit diesem Buch, daß
die literarischen Anfänge Kai Meyers im Journalismus liegen.
Beim Lesen
dieses doch recht spannenden, wenn auch nicht schönen Falles, blitzt
trotz aller journalistischer Genauigkeit sein späterer Stil, den ich
mag, an einigen Stellen durch. Es werden die Schwierigkeiten, die
durch die politische Situation in der DDR auch bei der Polzeiarbeit
herrschten, vorsichtig übermittelt. Der Mörder des Falls wird
relativ früh vorgestellt, die Berichterstattung hält sich sehr an
die chronologische Reihenfolge der Abläufe mit nur geringen
Rückblenden. Spannender ist, wie und wann er überführt werden
kann. Die Ermittlungsarbeiten dauerten immerhin 10 Monate bis dahin.
Trotz der großen Emotionalität (es geht schließlich um einen
Kindsmord) gelingt es Kai Meyer alles spannend und sachlich, ja recht
nüchtern, vorzutragen.