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6. Januar 2024

Dora Heldt: Tante Inge haut ab

 

Auch vom Tisch bei meiner Mutter zu mir mitgewandert …

Ein lustiges Buch, das gut aufzeigt, wie aus Spekulationen heraus merkwürdige Aktionen entstehen können. Meistens ist Reden halt doch besser, als mit Geheimnissen schwanger zu gehen …

Wer Dora Heldt kennt und mag, wird auch dieses Buch um die Protagonistin Christine und ihr Umfeld gerne verschlingen, selbst wenn es auch schon seit 2010 auf dem Markt ist. Es muß ja nicht immer das neueste sein um seinen Spaß zu haben.

4. Januar 2024

Joan Hess: Aufruhr in Maggody

Im Altenheim bei meiner Mutter lag dieses Buch auf ihrem Tisch – und somit habe ich es mir geliehen.

Ein verschlafenes Städtchen in den heißen Zonen der USA– und plötzlich überschlagen sich die Ereignisse: Frauen rebellieren gegen die althergebrachten Rollen, die einzige Bank brennt ab … Die Polizistin des Ortes erzählt aus der Ich-Perspektive.

Zwischendrin dachte ich, muß ich mir das jetzt antun? Aber die Neugierde hat doch gesiegt. Bereuen tue ich es nicht, das Buch gelesen zu haben, dennoch bin ich froh, das Buch wieder abgeben zu müssen.

17. Juli 2023

Roman Voosen / Kerstin Signe Danielsson: Nyström 1: Später Frost

Diesen Debut- Roman des schwedischen Krimi-Duos habe ich mir von meiner Mutter bzw. aus der Bücherei des Altenheimes geliehen.

Ein gruseliger Fund nach fiesem Tod mit Anzeichen, die möglicherweise etwas Rituelles an sich haben - und am Ende ist alles ganz anders. Ein Teil der Lösung zeichnete sich nach zwei Drittel etwa schon ab, aber die Auflösung des gesamten Chaos' ist wirklich gelungen. Mal sehen, ob ich mich um weitere Krimis von den beiden kümmern möchte ...

6. Mai 2023

Birgit Kienzle: Julie die Magd

Auch dieses Buch ist aus dem Fundus meiner Mutter. Ein recht interessantes Buch einschließlich einiger Statistiken und Verordnungen über Hausangestellte, bei dem die Klappentexte alles notwendige deutlich machen.

Klappentext hinten: „Ich bin 1894 in Zürich geboren. Meine Mutter hat in einer Gastwirtschaft geputzt, mein Vater war Maurer. Als ich drei Jahre alt war, hat mein Vater meine Mutter im Rausch erschlagen. Weil kein Bauer oder sonst jemand ein so geringes Kind, wie ich es war, aufnehmen wollte, bin ich in ein Heim gekommen. Dort bin ich geblieben, bis ich mit sechzehn Jahren meine erste Stelle als Stallmagd bekommen habe …Ich durfte nicht mit am Tisch sitzen, ich habe nur in der Küche etwas zu essen bekommen und mußte Sackschürzen anziehen, Schürzen, aus alten Kartoffelsäcken genäht. <Damit man sieht, wer hier die Magd ist!> Ich bin ein richtiger Schuhputzlumpen gewesen. Gedacht habe ich mir damit nichts. Ich hhabe gemeint, das sei normal, dazu bin ich eben auf der Welt.“ Julie Blum

Klappentext innen: Eine Magd erzählt ihr Leben. Das ist nicht üblich. Wir sind daran gewöhnt, daß die Menschen, die lange stumm geduldet haben, Ihr Schweigen bewahren. Wir sind nicht darauf gefaßt, daß sie plötzlich den Mund auftun, die auf der untersten Stufe stehen, wann sollten sie sich auch beklagen, das Gesinde, die armen Teufel, die keinen Sonntag und keine Freizeit haben. Eine davon ist Julie Blum, gottesfürchtig und bescheiden, die ein Leben lang unten gehalten wurde und erst ganz spät entdeckt, daß sie eine Stimme hat. „Man lernt nur zu buckeln und das Maul zu halten, dann kann man zum Schluß nichts anderes mehr. Ich hätte mich wehren sollen.“

Über die Autorin: Birgit Kienzle, Jahrgang 1946, geboren und aufgewachsen in Österreich, eine Tochter. Sie lebt seit 1971 in Baden-Baden als Filmemacherin, ihr besonderes Interesse gilt Porträts, die persönliche Entwicklung und gesellschaftliche Zusammenhänge deutlich machen.

22. Februar 2023

Pip Williams: Die Sammlerin der verlorenen Wörter

Ein Buchtip aus der Zeitung des SoVD, der mich ansprach. Nun habe ich mir nach längerer Kaufabstinenz diesen Wunsch einfach einmal erfüllt – und es hat sich gelohnt.

Im Buch geht es historisch um die Entstehung des Oxford English Dictionary (OED). Dahinein wird eine weitere Geschichte verwoben, in der es um Wörter von Frauen und von der Straße geht, also nicht auf literarische Quellen zurückzuführende sprachliche Ergüsse. Der Plot ist durchgehend interessant gehalten, die Ausflüge in die Gassensprache sind plastisch dargestellt. Auch der Zusammenhang mit dem Erstreiten des Frauenwahlrechts zu dem entsprechenden Zeitraum, also derjenige, der auch für die Entstehung der ersten Ausgabe des OED relevant ist, kommt nicht zu kurz.

Ich konnte dieses interessante Buch in sehr kurzer Zeit beenden.

20. Februar 2022

Ursula Poznanaski: Vanitas 1 - 3

Ja, ich habe einige etwas kürzere Nächte (schlafmäßig) gehabt, denn ich habe an 3 aufeinanderfolgenden Tagen jeweils einen Band beenden wollen (und das auch hinbekommen).

Im ersten Band „Schwarz wie Erde“ werden wir nach Wien und München entführt. Die Protagonistin lebt unter neuer Identität in Wien, der Polizist, der ihr dazu verholfen hat, gibt ihr einen Auftrag in München. …

Im zweiten Band „Grau wie Asche“ bleiben wir in Wien. Es geht um satanische Grabschändungen und die Hintergründe dafür.

Im dritten Band „Rot wie Feuer“ begeben wir uns nach Frankfurt in einen Clankrieg.

Die ersten beiden Bände fand ich sehr ansprechend – wie das meiste von Ursula Poznanski -, den dritten Band empfand ich schon ein wenig gequält. Dennoch möchte ich ihn als Abschluß der Trilogie nicht missen.

11. Oktober 2021

Anne Perry: Eine Weihnachtsreise

Aus dem Fundus meiner Mutter – und nur wegen des möglichen Bezugs zu Weihnachten mitgenommen. Das Buch habe ich gut heute in einem Rutsch lesen können.

Erst dachte ich bei mir, na das wird ja was kitschiges sein: Adelige, alleinstehende bzw. -reisende Frauen zu Zeiten von Queen Victoria …

Dann las ich hinein und war einfach von der Reise der Frauen a) durch die Landschaft und b) zu sich selbst nur fasziniert. Die Ehrlichkeit, die hier auf einmal Aufmerksamkeit forderte – im Gegensatz zu den hochgesellschaftlichen Konventionen – war sehr feinfühlig und gut beschrieben. Es waren nicht mehr nur Frauen eines Standes gefangen in ihrer Zeit. Und damit gewinnt das Buch an Aktualität. Sehr schön fand ich auch den Schlußbogen, der wirklich einen Bezug zu Weihnachten (nicht allein die Jahreszeit!) herstellte. Das Buch hat, da ich es möglicherweise nochmals lesen möchte, hier ein ehrliches Asyl verdient.

16. Mai 2021

Mihail Sadoveanu: Nechifor Lipans Weib

Auch aus den Beständen meines Elternhauses ist dieses Buch. Es sieht so aus, als ob es in der DDR gedruckt wurde.

Diese Geschichte ist von einer gewissen Schlichtheit, Ursprünglichkeit und liest sich flott weg.

Ich weiß nicht, ob ich das Buch auch mit soviel Freude gelesen hätte, wenn ich mich vorher über den Autoren informiert hätte …

Es ist ein Exemplar, das auseinanderfällt, also wird es beerdigt.


 

30. Dezember 2020

Kathryn Forbes: Mamas Bankkonto

Dieses Büchlein stammt aus dem Haus meiner Mutter und ich habe es nur neugierig mitgenommen. Beim Anlesen stellte sich heraus, daß die Autorin mit diesem Buch ihrer Mutter, die wohl eine lebenskluge Frau war, sehr viel Ehrerbietung zollt. Die Geschichten sind griffig und lassen sich flott weg lesen. Ich konnte das Buch erst aus der Hand legen, als ich es beendet habe :) . Wegen einiger Anregungen darin wird es noch hier ein wenig Asyl behalten können. Wenn ich es nicht mehr benötigen sollte, geht es allerdings auf den Bücherfriedhof, da es schon auseinanderfällt.

21. Juli 2020

Rosemarie Marschner: Das Bücherzimmer

Oke hat von seiner Autismusbetreuerin zum Abschied etliche Bücher geschenkt bekommen. Dieses ist eines davon.

Erst dachte ich, das wäre ein nicht so wichtiges Buch, aber beim ersten Anlesen stellte es sich als sehr gut geschrieben und doch interessant heraus. Ich konnte es fast in einem Zug durchlesen und es hinterließ ein gutes Gefühl, keine verschwendete Zeit. Der Weg einer jungen österreichischen unehelich geborenen Frau um die Zeit des Anschlusses an Hitler-Deutschland zu einer sich selbst verwirklichenden Journalistin, der sehr gut nachvollziehbar erzählt wird.

3. April 2020

Paul Gallico: Ein Kleid von Dior

Ein Buch mal eben zum Weglesen, selbst wenn es von althergebrachtem Rollenverständnis für Geschlechter und Berufe strotzt. Die Quintessenz aus diesem Buch ist jedoch nicht zu verachten.

Nach dem Lesen dieses Buches stellte ich fest, daß es aus meinem Geburtsjahr stammt :).

2. Juli 2019

Maria Braig: Bacha Posh und Bacha Bazi

Ein interessanter Einblick in das frauenfeindliche Leben im vorderen Orient. Und auch, welche Möglichkeiten den Frauen in Notfällen (am Rande der Tabus) gegeben werden. Irgendwie fällt es mir schwer bei der (hauptsächlich durch die Herren) verordneten Unselbstständigkeit der Frauen ruhig Blut zu bewahren. Ich halte dieses Buch für das Verständnis der anderen Kulturen sehr wichtig. Ebenso auch um Toleranz mit den für mich eigentlich nicht akzeptablen Bedingungen für Frauen zu erwerben.